Jedes fremde Organ und jede fremde Zelle bekämpft der Körper mit seinem eigenen Abwehrsystem. Das ist eine vollkommen natürliche Schutzreaktion. Sie ist erwünscht und notwendig, wenn es sich um eine Infektion mit Viren oder Bakterien handelt. Nach einer Transplantation führt sie aber zur Abstoßung des Organs.
Mit Hilfe der Immunsuppression wird die Reaktion des Immunsystems unterdrückt und eine Abstoßung verhindert. Die regelmäßige und dauerhafte Einnahme der Immunsuppressiva ist daher für die Funktion des Transplantats lebenswichtig.
Die verwendeten Medikamente sind stark wirksame Arzneimittel, die neben ihren erwünschten Wirkungen auch einige unerwünschte Wirkungen haben. Diese Nebenwirkungen sind dosisabhängig und nehmen nach einer Dosisreduktion in der Regel ab. Die meisten Langzeitkomplikationen sind gut kontrollierbar und mit Gegenmaßnahmen in der Griff zu bekommen.
Eine wesentliche unerwünschte Wirkung der Immunsuppression ist eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, da nicht nur die gegen das neue Organ gerichtete Abwehrreaktion unterdrückt wird, sondern auch die Abwehr gegen Infektionserreger. Daher müssen Sie vor allem in der ersten Zeit nach einer Transplantation bestimmte Regeln zum Schutz vor Infektionen einhalten.
Bei der immunsuppressiven Therapie unterscheidet man:

Die Immunsuppression ist in der Regel eine lebenslängliche Therapie.
Es gibt drei Hauptgruppen von Immunsuppressiva, die ihre hemmende Wirkung an verschiedenen Stellen des Abwehrsystems ausüben.
Kurz nach der Transplantation werden Medikamente aus diesen drei Gruppen meist kombiniert. Durch die Kombination der verschiedenen Medikamente wird eine optimale immunsuppressive Wirkung erzielt. Da in der Kombinationstherapie die einzelnen Substanzen nicht so hoch dosiert werden müssen, sind auch die Nebenwirkungen weniger stark ausgeprägt.
Oft kann im weiteren Verlauf, wenn das Transplantat gut arbeitet, eines der Medikamente weggelassen oder/und die Dosis verringert werden. Die Entscheidung trifft das Team im Transplantationszentrum. Eigenmächtiges Absetzen eines Medikaments oder Reduzierung der Dosis kann zur Abstoßung des Organs führen!
