dekompensierte Leberzirrhose bei Hepatitis C mit Aszites
Ich schreibe diesen Bericht für meinen Lebensgefährten (Maurer, 48), der zur Zeit in unserem städtischen Krankenhaus liegt und auf eine Aufnahme in die Transplantationsliste wartet.
Im August 2005 wurde bei ihm eine dekompensierte Leberzirrhose bei Hepatitis C mit Aszites festgestellt. Er bekommt seitdem Spiro comp. und Spironolacton sowie Lactulose zur Behandlung. Im November 2005 brachte ich ihm das erste Mal ins Krankenhaus, da er Teerstuhl durch Ösophagusvarizenblutung hatte. Nach 14 Tagen wurde er dort entlassen, und die Behandlung mit den gleichen Medikamenten fortgeführt. Ende März 2006 kam er für 7 Tage wegen der gleichen Diagnose wieder in die gleiche Klinik. Der zuständige Gastroenterologe sprach mich auf eine Lebertransplantation an, und wir haben sehr viel im Internet darüber gelesen, und eure Berichte haben uns sehr viel Mut gemacht.
Am 20. April ist er wieder ins Krankenhaus gekommen, weil er Blut gespuckt hat. Die Varizenblutung wurde gestoppt und er wurde in ein künstliches Koma gelegt, da er sehr geschwächt war und noch eine Pneumonie durch Erbrochenes bekam. Wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen. Ich habe am 01. Mai mit einer Ansprechpartnerin einer Selbsthilfegruppe telefoniert, und diese hat mir geraten, den hiesigen Ärzten auf die Füße zu treten und mit der Uniklinik Tübingen Kontakt aufzunehmen. Das tat ich am nächsten Tag, da es ihm wieder besser ging, und er auch aus dem Koma geholt wurde. Am 03. Mai wurden ihm daraufhin für die "Voruntersuchungen" alle Zähne herausoperiert, damit es keine Entzündungsherde für die bevorstehende Transplantation gibt. Am 04. Mai kam er dann von der Intensivstation auf eine normale Station und wir beide waren glücklich, dass endlich ein Fortschritt zu sehen war. Leider hat es am späten Abend eine erneute Blutung gegeben und er ist wieder sehr geschwächt und seit 2 Tagen sehr depressiv und desillusioniert, weil es nicht sehr gut um ihn steht. Wir wussten nicht, ob er dieses Wochenende überlebt. Eure Berichte haben uns so viel Mut gemacht, und ich versuche ihm auch in dieser Situation mit allen Kräften zu helfen, zu motivieren, und in jeder Weise beizustehen. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Voruntersuchungen rechtzeitig abgeschlossen sind, damit auch wir irgendwann so einen positiven Patientenbericht schreiben können, wie Ihr es getan habt, um uns so viel Mut zu machen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir auch bis zur Transplantation kommen und er wieder ein besseres Leben führen kann, auch wenn ich manchmal das Gefühl nicht loswerde, dass man für ihn bisher nicht all das gemacht hat, was man hätte tun können. Ich möchte mich hiermit bei allen Transplantierten für ihre Berichte bedanken, und ganz besonders bei den Angehörigen der Spender, die anderen Menschen ein längeres Leben ermöglicht haben.





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