HLTX--für mich ein neues Leben!!

Im Jahr 2000 bin ich zum ersten Mal in Ohnmacht gefallen, noch kein Grund zur Sorge wurde mir gesagt. Erst 2003 wurde die Diagnose Epilepsie gestellt, leider stellte sich das erst im März 2007 als falsch raus! Es war Lungenhochdruck und keiner wußte, woher der kam. Ein Jahr wurde ich in der Uniklinik in Gießen betreut und im Januar 2008 für eine Herz- und Lungentransplantation in der MHH (Hannover) gelistet. Im April ging es mir dann schlechter und ich ging zur Kontrolle in die Klinik Gießen, auch um die Medikamente (eine Dauerinfusion) erhöhen zu lassen. Dort hatte ich mal wieder eine Synkope und die Ärzte meinten, ich muß sofort HU gelistet werden. Das war dann am 25. April in Hannover der Fall.

Wieder zurück in Gießen kam am 30.05. gegen 15.30 die Ärztin und meinte es würde gleich zurück nach Hannover gehen, ich dachte um dort auf ein Organ zu warten, aber nein, der Helicopter war schon unterwegs. In der MHH erschien mir alles wie im falschen Film, ich bekam Unmengen Blut abgenommen und dann kam das ok der Ärzte--es ging los. Ich hatte eine wahnsinns Angst und habe nur an meinen Mann und meine 2,5 Jahre alte Tochter gedacht.

Da ich mich während der Aufwachphase selbst extubiert habe, wurde ich noch mal ins künstliche Koma gelegt. Erst am 09.05. bin ich wieder aufgewacht. Ich kam mir vor wie ein Baby, es ging gar nichts. Sich umdrehen? Keine Chance! Alles wurde für mich erledigt, sogar das Zähneputzen!

Nach ein paar Tagen ging es schon besser, ich konnte zwar noch nicht reden (wurde noch beatmet durch die Luftröhre) und laufen war auch noch ziemlich kurz und wackelig, aber jeder Tag wurde besser. Am 2. Juni kam ich auf die Zwischenintensivstation und wurde dort aufgepäppelt. Der 12. Juni war mein Tag: auf nach Bad Fallingbostel in die Reha. Dort wurde uns Transplantierten alles Wichtige mit auf den Weg gegeben und so ging es am 02.07. endlich nach Hause.

Alles in allem ist es gut gelaufen. Ich habe zwar immer noch Probleme mit dem Essen und der Magen rebelliert häufig. Auch bin ich noch nach kleinen Anstrengungen schlapp und werde schnell müde, aber es geht bergauf. Mein Ziel: 2010 einen Halbmarathon laufen!!

Ich wünsche allen Transplantierten und Wartepatienten alles erdenklich Gute,

Gruß Jeannette 

 

 

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