Leberlebendspende
Die Lebererkrankung meines Mannes (56 J.) begann im Jahre 1996. Erstmalig fielen leicht erhöhte Leberwerte auf. Dann erfolgte die Diagnose: Hepatitis B.
Diese nahm zuerst einmal einen „leichten“ Verlauf und bedurfte keinerlei Behandlung.
Im Jahre 2002 wurde jedoch nach einer Bandscheiben-OP eine Leberzirrhose (lt. Sonographie) festgestellt. Hinzu kamen im Laufe der Zeit noch Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre) II. und III. Grades, Ikterus (Gelbsucht) und Hepatitis D (entsteht nur in Verbindung mit Hepatitis B), was sich sehr negativ auf die körperliche Verfassung meines Mannes auswirkte.
Infolge dessen ging es immer schlechter. Zu allgemeiner körperlichen Schwäche kamen nun auch noch Aszites (Bauchwasser) und eine hepatische Enzephalopathie (leberbedingte Hirnfunktionsstörung) hinzu. Anfang 2005 erfolgte nun erstmalig die Listung für eine neue Leber.
Spontan und aus großer Liebe zu meinem Mann war ich (51. J.) bereit für eine Leberlebendspende. Nach eingehenden Untersuchungen im Klinikum Göttingen meinerseits, befand man eine Übereinstimmung in allen Belangen, angefangen von der Blutgruppe (habe Blutgruppe 0) bis hin zur Leberfunktion und -anatomie. Zusätzlich erfolgte noch eine Vorstellung bei der Ethikkommission in Hannover. Zum Abschluss musste ich natürlich noch Eigenblut spenden.
Nachdem dies alles im Vorfeld geschehen war, wurde unser großer Tag auf den 5. Oktober 2005 festgelegt.
Endlich war es soweit. Der Tag für ein neues Leben war angebrochen. Morgens um ca. 5.30 Uhr verabschiedete ich mich von meinem Mann. Nach knapp zehnstündiger Operation kam ich auf die Intensivstation, wo ich nach anfänglichen Schwierigkeiten in Form von einer Gastroparese (Magenlähmung) mit starker Übelkeit sowie einem Durchgangssyndrom nach sieben Tagen auf die Transplantationsstation verlegt wurde.
Mein Mann wurde gegen Mittag in den OP geholt, und gegen Mitternacht zog auch er auf der Intensivstation ein. Bei ihm traten im Verlauf eine Nachblutung, die aber gut behandelbar war, Pleuraergüsse (Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge) sowie Herzrhythmusstörungen (auch diese hatte man schnell im Griff) auf. Nach acht Tagen konnte auch er auf „unsere Station“ verlegt werden, wo wir ab diesem Zeitpunkt alles gemeinsam erlebten. Nach insgesamt fünf Wochen konnten mein Mann und ich die Uniklinik Göttingen verlassen.
Dank der Kompetenz der uns behandelnden Ärzte, insbesondere unseres Operateurs, Herrn Dr. Thomas Lorf, hat mein Mann und auch ich diese bestimmt nicht leichte Zeit nach der Transplantation alles in allem wirklich gut überstanden.
Direkt nach dem Aufenthalt in Göttingen fuhren wir gemeinsam in eine dreiwöchige Rehabilitation in die Müritz-Klinik. Dies hat uns beiden sehr gut getan.
Das erste Jahr nach der Transplantation gab es bei meinem Mann doch einige Probleme, insbesondere mit dem Gallengang, der sich verengte und immer wieder einiger Stentwechsel bedurfte. Auch dieses Problem konnte vor allem durch Herrn Dr. Gero Moog (Internist in Kassel) schließlich behoben werden. Mein Mann ist seit ca. zehn Monaten ohne Stent und ist seitdem symptomfrei. Zudem ist er vor kurzem an einem Narbenbruch erfolgreich operiert worden.
Das alltägliche Leben mit der neuen Leber hat sich in allen Belangen nach der Transplantation sehr positiv entwickelt. Mein Mann genießt sein so genanntes „zweites Leben“ jeden Tag aufs Neue bewusster und intensiver. Auch bei mir gibt es derzeit keinerlei gesundheitliche Probleme nach der Leberteilentfernung.
Wir können abschließend sagen, alles richtig gemacht und die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Diesen Weg würden wir jederzeit wieder gehen, gemeinsam, und mit Hilfe unseres Arztes, Herrn Dr. Lorf, der immer für uns da war.
Wir möchten uns nochmals für die liebevolle Pflege und medizinische Versorgung in Göttingen bedanken.





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