Seit 12 Jahren im Glück

Am 17. April 2008 konnte ich meinen 12. Gebutstag feiern. Für mich eigentlich immer noch unfassbar,weil ich sonst eher zu den Pechvögeln gehörte.

Am Dienstagabend, den 16.04.96, gg 20 Uhr erhielt ich den Anruf, das zwei Organe für mich bereitliegen. Ich war völlig überrascht, denn dass es so schnell gehen würde, hätte ich nie gedacht. Meinen Sohn (damals 5 Tage vor seinem achten Gebutstag ) habe ich nochmals fest an mich gedrückt und dann mussten wir los. Ganz allein mit sich und den Gedanken saß ich im Krankenwagen und wäre am liebsten umgekehrt, weil ich meinen Sohn nicht allein lassen wollte und.... Angst hatte!!! Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einen Partner, sonst hätte ich die Transplantation auch abgelehnt, weil ich keinen anderen gehabt hätte, der sich um meinen Sohn nebst Kater gekümmert hätte.

Am Abend (Di. 16.04.) wurden nochmals verschiedene Untersuchungen und Blutentnahmen sowie eine Dialyse durchgeführt und am nächsten Morgen, den 17.April, wurde ich gg 9 Uhr für die OP vorbereitet. Insgesamt war ich wohl 6 Std im OP, die Niere arbeitete sofort, nur die Pankreas schlummerte noch. Und diesen Schlummer hielt sie noch bis kurz vor der Enlassung bei. Sehr zu meinem Leidwesen, denn ich bin mit der Dialyse besser klar gekommen als mit dem Diabetes, der sich immer schwer einstellen ließ. Zum Schluß hatte ich sogar die Insulinpumpe mit dem Port, sodaß wenigstens die ewige Tortur des Stechens ausblieb.

Mein Krankenhausaufenthalt betrug 10 Wochen und das ausschließlich wg der Pankreas.

Transplantiert wurde ich im Virchow-Krankenhaus in Berlin (heute Charité Virchow ), ich war damals die vierte Doppeltransplantierte und soweit mir bekannt ist, haben noch zwei andere Mitpatienten ihre Organe. Ein Patient ist leider schon verstorben, allerdings nicht am Versagen der Organe. Er wurde ungefähr 4 Wochen vor mir transplantiert. Heute ist die NPTX schon Routine, damals waren wir noch Versuchskaninchen, wie wir immer zu sagen pflegten.

Insgesamt hatte ich 3 Abstoßungen: Eine kurz nach der OP, die zweite 2 Wochen später ( Intensivstation und OKT 3 ), kaum eine Woche später die dritte, die aber auf mein Bitten in meinem Zimmer behandelt wurde: mit mehrtägigen \'Cortisonschüben\' in verschieden hohen Dosierungen. Die Intensivstation hatte mir so sehr zugesetzt, dass ich dort nur noch im äußersten Notfall liegen wollte.

Meinen Dank für mein jetziges Leben verdanke ich dem Spender (ich nenne meine Organe Max und Moritz ), dem Transplantationsteam mit Prof. Dr. Neuhaus, Prof. Frei und meinen hoch geschätztem Dr. Kahl, (der hoffentlich auch bald den Titel Professor offiziell tragen kann) der mir immer ein guter Zuhörer war und ist.

Meine Krea-Werte liegen jetzt bei 1,0 (am Anfang bei 0,9) und nachdem die Immunsupressiva sowie die Medikamente zur Stabiliesierung des Blutgases/sauerstoffs reduziert wurden( bicanorm), habe ich auch wieder meine alten HBA1c- Werte von 5,5%. Ich hoffe, dass ich noch lange ohne Dialyse und Diabetes lebe.

Hier nur noch kurz meine Erkrankungen:

1972 Diabetes mellitus
1986 Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung
1993 Dialyse
17.04.1996 NPTX

Ich bin sehr froh, daß mein damaliger Freund zu Hause war, als der Anruf kam, und ich so mit meinem inzwischen 20-jährigen Sohn eine bessere Kindheit und Teenagerzeit verleben durfte.

Auf jeden Fall wünsche ich allen, die noch eine Transplantation vor- oder hinter sich haben, alles Gute und etwas ganz Wichtiges noch zum Schluß: Nie den Mut verlieren, immer positiv nach vorn sehen!

Über Zuschriften bzw emails würde ich mich sehr freuen
rm-1051717@versanet.de

Persönliche Angaben: 1956 geboren, 51 Jahre alt, Fachverkäuferin für Spiel- und Kinderwaren, seit 1994 geschieden, alleinstehend, 1 Sohn 

 

 

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