Transplantation gescheitert
Leider ist es bei uns nicht so abgelaufen, wie die anderen Patienten schildern. Mein Mann hat über 8 Jahre CAPD mit dem Cycler gemacht, wir waren mehrmals in Urlaub, hat immer prima geklappt. Doch man hofft doch jeden Tag, dass endlich der ersehnte Anruf kommt. Eine Lebendspende von mir hat er strikt abgelehnt, da unser Sohn damals gerade 8 Jahre alt war. Er hat immer gesagt, das heben wir uns als letzten Strohhalm auf, wenn gar nichts mehr geht. Dann endlich, Anfang des Jahres kam der erste Anruf, das war dann doch nichts, aber Anfang Mai durften wir dann in die Klinik. Aufgrund seiner bekannten schwierigen Gefäßsituation war die OP risikoreicher als bei \"normalen\" Patienten, da die Niere nur an einem ganz bestimmten Stück angeschlossen werden konnte. Es erfolgten dann in der Nacht noch die üblichen Untersuchungen, die Bilder von der Gefäß-OP wurden nochmals studiert. Das Endergebnis war dann, dass während der OP weitere Verschlüsse in der Beinarterie festgestellt wurden, die fast zum Verlust des Beins geführt hätten. Die Niere war 4 Std ohne Durchblutung und ist schon währenddessen geschädigt worden. Mit Müh und Not haben sie ihn nach einer weiteren OP am nächsten Tag soweit stabilisiert - und auch die Gefäße mit weiteren Stents -, dass das Bein erhalten bleiben konnte. Die Niere tat erst mal gar nix, dann kam noch eine Abstoßung hinzu. Diese wurde erfolgrech mit OKT3 behandelt, kurz vor Ende dieser Therapie sprang die Niere ein bisschen an. Sie hat dann schön ausgeschieden, Krea ging runter auf 4. Nach 6 Wochen durfte er endlich nach Hause, da aufgrund der Schädigung keine weitere Senkung zu erwarten war. Nach einer Woche zu Hause musste er wieder rein, Krea war wieder auf über 6 gestiegen. Er ging noch weiter hoch, auf über 7. Die Durchblutung in der Niere ließ nach. Jetzt ist er wieder zu Hause, die Niere scheidet gar nix mehr aus und wird sich wohl auch nicht mehr erholen. Es wird sich nur noch um Tage oder wenige Wochen handen, bis sich das alles erledigt hat und die Niere wieder raus muss. D.h. für den Rest seines Lebens Dialyse, da er keine neue Niere mehr bekommt. Die Ärzte lehnen die OP einer dazu notwendigen Y-Prothese strikt ab, da das Risiko nicht im Verhältnis mit dem evtl. Nutzen steht.
Hätte ich ihm nun meine Niere gespendet, ich glaube, das würde er nicht verkraften, obwohl ich sie ihm gerne gegeben hätte. Wie er das überhaupt verkraften wird, dass alles, worauf er 8 Jahre gewartet hat, nun gescheitert ist, ich weiß es nicht.
Ich wollte damit nur mal aufzeigen, dass nicht immer bei allen alles so super läuft und mit der Transplantation alle Sorgen vorbei sind. Jetzt fangen sie erst richtig an, weil das Wissen um die Endgültigkeit viel schlimmer ist als das Warten auf ein bisschen Hoffnung.





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