TX von Niere und Pankreas

Seit 1982 bin ich Diabetiker und aufgrund diverser Einstellungsprobleme in der Vergangenheit, sowie eigener Unachtsamkeit, musste ich seit 1999 diverse Augenoperationen über mich ergehen lassen. Bei der vorletzten im Jahr 2001 wurde an der Uniklinik Marburg auch eine Verschlechterung der Nierenwerte festgestellt. Für mich ein Schock. Nach der Rückkehr nach Hause musste ich dann einen Nephrologen aufsuchen. Dieser stellte dann auch erneut die eingeschränkte Nierenfunktion fest. In der Folge folgten diverse Versuche den Blutdruck mit diversen Medikamentencocktails zu senken, was nach gut 9 Monaten auch gelang. Meine Nierenwerte verschlechterten sich immer weiter.

Sehr schnell nach der Feststellung der Nierenfunktionsstörung wurde ich im Transplantationszentrum des Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer vorstellig. Mir wurden diverse Arzttermine zur Voruntersuchung für die kommende Transplantation gemacht. Nachdem sämtliche Termine abgeschlossen wurden, konnte ich Anfang 2004 transplantabel gemeldet werden. Bereits im Mai hatte ich das Glück, dass geeignete Spenderorgane vorhanden waren. Es war nachmittags gegen 14.30h. Gegen 16.30h traf ich dann im Krankenhaus ein, um die letzten Untersuchungen durchzuführen.

Da hatte ich die einzige Zeit Angst vor den neuen Organen. Gegen 23.30h war es dann soweit: Die Operation sollte beginnen. Die letzte Chance noch einmal nein zu sagen. - Zumindest war es mein Gedanke. Ich nahm aber die Möglichkeit, die mir geboten wurde, wahr und in einer 3,5h dauernden Operation wurden mir Niere und Pankreas transplantiert.

Am nächsten Tag (also am Operationstag dann tagsüber) schlief ich eigentlich nur. Am übernächsten Tag bekam ich dann auch etwas davon mit und man teilte mir mit, dass die Operation gelungen war.

In den folgenden 3,5 Wochen, die es noch bis zu meiner Entlassung dauern sollte, kamen noch diverse kleinere Probleme auf mich zu. Harnwegsinfektion und Durchfall gehörten hierzu, auch wollte die neue Bauchspeicheldrüse noch nicht so, wie es die Ärzte erwarteten. Jedoch arbeite sie dann nach der Reduzierung / Absetzung des Cortisons einwandfrei.

Die 3,5 Wochen bis zur Entlassung war ich mir nicht sicher, ob die Transplantation die richtige Entscheidung war. Diese Art der Komplikationen hatte ich ja vor der Tx nicht gehabt. Heute kann ich dazu nur sagen: es war die richtige Entscheidung.

Heute fühle ich mich wieder leistungsfähig(er) und die Lebensqualität hat wirklich zugenommen.

Gedanken an den Spender habe ich eigentlich fast gar keine gehabt. Ich fühle hierbei weder Trauer aufgrund dessen Todes noch Dankbarkeit oder ähnliches. Ich selber habe ein Problem damit, diese Gefühle einem, mir völlig unbekannten solche Gefühle entgegen zu bringen.

Leider ist es für mich als Tranplantierten sehr schwer eine Arbeit zu finden. Weder Teilzeit noch Nebenjob konnte ich bisher annehmen.

 

 

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